Berichte


28.08.2020
Voller Saal bei den Landfrauen
Informationen zum Neubau des Heidekreis- Klinikum
Bis auf den letzten Platz war der Saal in Meyns Hotel nach den Corona- Abstandsregeln besetzt. Die Landfrauen und einige Gäste waren gespannt, welche Informationen Landrat Herr Ostermann und Herr Dr. Rogge im Gepäck haben.
„Wir Landfrauen waren überrascht, wie im Juni der favorisierte Standort F4 –Fallingbostel in der Presse vorgestellt wurde und die entscheidenden Gremien zeitnah tagen würden“, beginnt die Landfrauen Kreisvorsitzende Edith Schröder die Begrüßung. Die angekündigte Mitnahme der Bürger durch gute Informationen zur Standortsuche für ein neues Krankenhaus, war leider nicht erfolgt. Dieses haben wir auch sofort bei Herrn Ostermann moniert, denn auch in Zeiten von Corona dürfen Informationen nicht zu kurz kommen und darum sind wir heute hier. Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen. Wer sich informiert, kann sich qualifizierter in Diskussionen einbringen.
Herr Ostermann bedankt sich bei den Landfrauen, für die Möglichkeit hier zu informieren und Fragen zu beantworten und räumt ein, im Vorfeld der Entscheidungen für den Standort, diesen Part nicht aktiv genug gestaltet zu haben.
Der Landrat erläuterte das Antragsverfahren und die Aussicht auf Fördergelder von 130 Mio. Euro zuzüglich MWST aus dem Strukturfond des Landes Niedersachsen im Jahr 2018. Zuerst waren dort nur der Heidekreis und ein weiterer interessierter Landkreis. Mit dem Anstieg der Bewerber (jetzt sind es 7), erhöhten sich die Auflagen seitens des Landes und es wurden Fristen gesetzt. Alle Vorbereitungen laufen für einen Neubau bei Fallingbostel, seitdem sich der Kreistag am 26.06.2020 mit einer ¾ Mehrheit (das ist kein Selbstläufer) dafür entschieden hat. Ob tatsächlich gebaut wird, richtet sich danach, wie das Bürgerbegehren und ein eventueller Bürgerentscheid verlaufen und ob am 30.09.2021 tatsächlich die Zuschüsse aus Hannover bewilligt werden. Ein Krankenhaus in Dorfmark oder anderswo wird es nicht mehr geben, denn die Fristen könnten nicht mehr eingehalten werden. Die Kreispolitik hat die Entscheidung für den Standort bewusst nicht politisch gefällt, sondern sich für ein Gutachten entschieden. Nach sachlichen Kriterien sollte der beste Standort, aus den zur Verfügung stehenden Flächen gefunden werden. Für den Standort Fallingbostel sprechen eine gute Erreichbarkeit aus allen Richtungen und über zwei Zufahrten, eine perfekte Autobahnanbindung, optimale Bedingungen für einen Hubschrauberlandeplatz und ausreichend Platz für Erweiterungen. Der Neubau eines Klinikum und die Nachnutzung der beiden jetzigen Häuser ist ein Gesamtpaket mit dem Ziel die beste medizinische Versorgung für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen und den Zuschuss von über 10 Mio. Euro, den der Landkreis in den letzten Jahren für die jetzigen Standorte aufbringt, in Richtung null zu bringen. Basierend auf der Altersstruktur und dem Demografischen Wandel in der Bevölkerung,
könnten die jetzigen Häuser zu Pflegeinrichtungen werden. Dem Landkreis ist es wichtig ein kommunales Krankenhaus zu behalten und Mitspracherecht zu haben. Bei privat geführten Krankenhäusern werden leider oftmals die Bereiche abgestoßen, die nicht wirtschaftlich sind.
Herr Rogge informiert sehr umfangreich und stellt heraus, dass es an beiden jetzigen Krankenhäusern einen hohen Investitionsbedarf gibt. Ein Neubau gibt die Chance auf moderne erstklassige medizinische Ausstattung, zeitgemäße Räumlichkeiten, sowie gute Arbeitsbedingungen und die Erkenntnisse und die Anforderungen in einer Pandemiesituation können in die Planung einfließen. Dadurch wird dieses Krankenhaus interessant für Patienten, Pflegekräfte und Fachärzte. Auch die ambulante Versorgung mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten kann nur durch ein attraktives Klinikum mit strukturierter medizinischer Ausbildung gesichert werden.
Auf den Einwand, dass die Fahrzeiten zum geplanten Klinikum von vielen Bürgern aus den Nordkreis-mehr als 30 Minuten betragen und das für einen Notfall zu lange ist, hat Herr Rogge folgende Antwort. Es steht im Gesetz, dass ein Bürger die Möglichkeit haben sollte, ein Krankenhaus in 30 Minuten zu erreichen. Es ist nicht beschrieben, ob es für den Patienten, der zu einem geplanten Termin fährt oder der Besucher gemeint ist. Mit Sicherheit gilt es nicht für den Notfallpatienten. Bitte wählen sie die 112 bei einem Notfall. Im Heidekreis gibt es sieben Rettungswachen und die sollen auch beibehalten werden. Die Standorte sind so ausgesucht, dass jeder Bürger des Heidekreises in 15 Minuten erreicht werden kann. Dann ist auch gleich ein Arzt vor Ort und kann mit der Erstversorgung beginnen. Je nach Krankheit wird dann entschieden, in welches Krankenhaus der Patient gefahren wird.
Frau Schröder bittet alle Anwesenden weitere Möglichkeiten der Informationen zu nutzen. Besuchen oder organisieren Sie Veranstaltungen und informieren sich auf den Websites des Landkreises www.heidekreis.de und des Heidekreis Klinikum www.heidekreis-klinikum.de. Abschließend bedankt sie sich bei allen Anwesenden für das große Interesse und verabschiedet alle in einen lauen Sommerabend.
Verfasser: Gudrun Inselmann